Hufrehe eine Erkrankung
mit vielen möglichen Ursachen

Hufrehe

Die Arbeit des Hufschmiedes im Feld der Hufreheerkrankungen unterteilt sich in zwei Phasen.
 

Die akute Hufrehe

Seit langem ist bekannt, dass im Stadium der akuten Hufrehe vor allem die beiden vordersten NĂ€gel, die ZehennĂ€gel, dem Pferd große Schmerzen zufĂŒgen. Im Stadium der akuten Rehe ist der Zusammenhalt des AufhĂ€ngeapparates im Bereich der Zehenwand verschlechtert. Lange Jahre hat man versucht, dem Pferd in dieser Phase der Erkrankung die ZehennĂ€gel zu entfernen, die Hufe so oft wie möglich zu kĂŒhlen und das Pferd in einer weichen Box mit Torfeinstreu gesunden zu lassen.
Heute geht man in vielen FĂ€llen konsequenter an die Behandlung. Das halten in einer weichen Box ist nicht ausreichend, um die ĂŒbelsten Auswirkungen der Rehe, nĂ€mlich die LageverĂ€nderung in der Hornkapsel, zu verhindern.
Durch den geschwĂ€chten AufhĂ€ngeapparat in der Hufzehe und den gleich bleibenden Zug der Tiefenbeugesehne zerreißt der Zusammenhalt von Hufbein und Horn in der Zehe und lĂ€sst das Hufbein mit der Hufbeinspitze in Richtung Hornsohle rotieren. In dieser akuten Phase wird heute, wenn möglich, der vorhandene Beschlag entfernt und das Pferd mit seinen Vorderhufen in einen Hufschuh gestellt, der im Zehenbereich geöffnet ist und an den Trachten einen massiven Keil angebracht hat. Die so erreichte Reduzierung der ZugkrĂ€fte der Tiefenbeugesehne verhindert die Rotation des Hufbeins. Das Einstellen in die Torfbox komplettiert hier die Vorkehrungen, um eine ĂŒble Auswirkung dieser Krankheit zu verhindern.
 

Die zweite Phase

Beim rekonvaleszenten Pferd wurde in den letzten Jahrzehnten ein Hufeisen empfohlen, das mit Zehenrichtung und Trachtenrichtung versehen war, einen Steg etwa einen Fingerbreit vor der Strahlspitze hatte und unter dem Steg aufgepolstert war. Die ZehennĂ€gel wurden nicht gesetzt. Dieser sehr schwere und massive Beschlag trug der vollendeten Rotation des Hufbeins Rechnung und galt in vielen FĂ€llen von nun an ab als dauerhafter Beschlag fĂŒr das betroffene Pferd.

Wenn es aber nun durch das rechtzeitige Eingreifen aller Maßnahmen gelungen ist, diese Rotation zu verhindern, so ist es heute in vielen FĂ€llen möglich, zu einem normalen Gebrauchsbeschlag mit zwei Kappen zurĂŒckzukehren. Der Trachtenkeil wird entsprechend dem Heilungsverlauf verkleinert, bis die Hufe des Pferdes wieder eben stehen. Das Polster im hinteren Bereich wird langsam weicher gestaltet bis man auf den Steg wieder verzichten kann und das Zehenoffene Hufeisen wird durch ein zurĂŒckgesetztes Zweikappeneisen mit gerader und schwebender Zehe ersetzt.

ACHTUNG: Die Wirkung der Trachtenkeile ist nur fĂŒr das stehende oder sich langsam im Schritt bewegende Pferd ohne Reiterbelastung gut. Bis das Pferd nach der Entfernung der Keilunterlage offensichtlich wieder schmerzfrei laufen kann.
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