Korrektive Beschlšge

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Von korrektiven Beschl√§gen spricht man, wenn man offensichtliche Fehler der Hornkapsel erkennbar sind, diese aber noch nicht zur Lahmheit gef√ľhrt haben. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Ver√§nderung der Hornkapsel kurz- oder mittelfristig zu einer ernsten Erkrankung f√ľhren wird, wenn √ľber eine geeignete Ma√ünahme keine Korrektur eingeleitet wird. Die Probleme der Hornkapsel k√∂nnen als Auswirkung einer Verdrehung oder Verknickung der Gliedma√üe und der daraus resultierenden √úberbelastung oder Unterbelastung des Hufes gesehen werden. Die h√§ufige Notwendigkeit eines korrektiven Beschlags w√§re durchaus vermeidbar, denn bei verantwortungsvoll ausgef√ľhrter Pflege der Fohlenhufe und Hufe des jungen Pferdes k√∂nnten die meisten gravierenden Verstellungen mit einfachen Mitteln bek√§mpft werden.

Die hier angesprochenen Korrekturbeschl√§ge des Erwachsenen Pferdes sind in den meisten F√§llen ein Resultat entweder der zu langen Beschlagsintervalle oder der Vernachl√§ssigung der Hufpflege und auch sehr oft von Hufbeschlagsfehlern, die √ľber einen langen Zeitraum aus Unkenntnis oder Fahrl√§ssigkeit st√§ndig wiederholt werden, bis der Huf gesch√§digt ist.

Als klassisches Beispiel sei das √ľber einen langen Zeitraum immer wieder zu kurz oder zu eng gelegte Hufeisen erw√§hnt, das oft das Entstehen von zu engen Hufformen beg√ľnstigt, wobei sich die Trachten zus√§tzlich sehr oft unterschieben.
 Mit dem korrektiven Beschlag will man Verbesserung erreichen, die mit der Stellungskorrektur durch das Beschneiden nicht oder zu langsam realisierbar sind.

Im Einzelnen will man: 

       St√§rker belastete Hornw√§nde entlasten,
       Die Lastaufnahme der einzelnen Hufbereiche steuern,
       Die Hornkapsel insgesamt verformen.

Im Wesentlichen kommen bei der Umsetzung dieser Beschläge zwei Materialien zur Anwendung. Die klassische Variante wie Breitschenkelhufeisen, Eisen mit Stegen an verschieden Stellen, Eiereisen, Herzeisen, Dreivierteleisen, H- Eisen usw. sollen hier nicht besprochen werde, da wir davon ausgehen, das die Anwendung hinlänglich bekannt ist.

Sicherlich weniger bekannt sind der Einsatz und die Einsatzmöglichkeiten der Kunststoffbeschläge als Korrektiv wirkender Hufschutz. Kunststoffbeschläge eignen sich hervorragend zur Regulierung zu eng gewordener Hufe.
Bei der Auswahl eines weicheren Kunststoff- Beschlages und der Bearbeitung des Hufes f√ľr den Eisenbeschlag ist der Tragrand f√ľr die Anwendung des Kunststoffes im Grunde zu schmal. Der Effekt des Anlegens an die Sohlenfl√§che ist dadurch st√§rker, aber hier auch gewollt. Wenn der Beschlag ausreichend weit gelegt war, hat der Kunststoff hier dieselbe Wirkung eines Abgedachten Hufeisens. Die weite Wirkung des Beschlags ist aber auch in weichem Gel√§uf erhalten und die Gefahr der zu stark  ausgef√ľhrten Abdachung ist durch die D√§mpfung des Kunststoffes nicht gegeben. Da sich Trachten erfahrungsgem√§√ü beim Kunststoffbeschlag gut erholen, ist auch in dieser Hinsicht eine Besserung eingeleitet. Sollte der Beschlag mit Kunststoff aus der Beurteilung der Pferdenutzung ausgeschlossen sein, gebe ich hier besonders zu bedenken, dass eine zus√§tzlich Entlastung der Trachten durch ver√§nderte Nutzung des Pferdes √ľber wenige Monate eine dauerhafte Verbesserung beschleunigt und erm√∂glicht.
Da besonders im Korrektiven Beschlag eine unendliche Vielzahl an Problemen auftritt, ist es kaum möglich, alle Eventualitäten anzusprechen. Wenngleich der Einsatz des Hufeisens in diesem Gebiet vielfach die erste Wahl sein wird, sollte immer wieder individuell nach der besten Möglichkeit gesucht werden, ein Problem zu lösen oder die Verschlimmerung zu verhindern
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